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Das Käseblättchen 38. KW/2013

Liebe Käsefreunde!

Nun, wo der Sommer langsam in den Herbst übergeht, kommt die Zeit der Maronen, die sich in dieser Woche auch in unseren Roggenburger Maronitalern und der Muronicreme finden. Anlass für mich‚ ein paar Dinge über die in Norddeutschland ja nicht so gängigen Früchte zu verlieren. Maronen bzw. Esskastanien sind botanisch nicht mit unseren Ross-Kastanien verwandt. Ihre Früchte gehören zu den Nüßsen und finden in der Küche vielfache Verwendung. Vor Einführung der Kartoffel gehörten sie in Mittel- und Südeuropa zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln und wurden getrocknet gemahlen oder gekocht pürriert, um für Teig- und Nudelkompositionen oder als Grundlage für Brei oder Suppen Verwendung zu finden. Aus dem Mehl wurde bereits in der Antike Brot gebacken. Heute sind sie sehr beliebt in gerösteter Form auf Weihnachtsmärkten oder als Füllung bzw. als Beilage für Geflügel, aber auch kandiert als Süßigkeit. Um die Herkunft der Bezeichnung Kastanie rankt sich die Legende, dass Jupiter der Nymphe Nea aus dem Gefolge der Göttin Diana nachgestellt habe, die allerdings ein Keuschheitsgelübde abgelegt hatte und, um seinen Nachstellungen zu endrinnen‚ sich das Leben nahm, woraufhin Jupiter ihren Leib in einen Baum verwandelte der Casta Nea genannt wurde (die keusche Nea), was die stachlige Hülle um die süße Frucht symbolisieren soll. Diese eindrucksvolle Geschichte ist allerdings recht gewagt. Tatsächlich stammt der Begriff Kastanie nicht aus dem Lateinischen, sondern aus dem Griechischen von dem Wert Kastanon = Kastanienbaum, wobei der weitere Wortursprung unbekannt ist. Die Redensart für jemanden die Kastanien aus dem Feuer holen" stammt aus der La Fontaine'schen Fabel 'Der Affe und die Katze', wo die beiden vor der Glut eines niedergebrannten Feuers sitzen, in der Kastanien rösten. Der Affe sagt listig zum Kater: „Freund, heute musst du ran, du musst ein Meisterstück vollbringen. Hol die Kastanien mir. War' ich zu solchen Dingen von Gott bestimmt, dann sollt'st du sehn, um die Kastanien wär's gesehehn“. Der Kater versucht es, verbrennt sich die Pfoten und wird von der Magd weggejagt‚ während der Affe mit den Kastanien abhaut und sie genüsslieh verspeist.

Ihr Robert Jarowoy