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Das Käseblättchen 8. KW/2013

Liebe Käsefreunde!

Ab dieser Woche bis zum Ende der Fastenzeit - also Ostern - habe ich nun auch wieder ein Käsesortiment „leicht" im Angebot. Dieses enthält fettreduzierte Sorten mit weniger als 35% Fett in der Trockenmasse, wobei diese Trockenmasse in Bezug auf die Fettangabe eigentlich eine irreführende Angelegenheit ist, denn wenn Sie 100g Frischkäse mit einem Fettanteil von 70%. in der Trockenmasse verspeisen, nehmen Sie weniger Fett zu sich, als wenn Sie die gleiche Menge Gouda mit 50% F.i.Tr. essen, da die Trockenmasse aufgrund des hohen Wassergehalts beim Frischkäse halt viel geringer als beim Gouda oder gar Hartkäse ist. Als Faustregel können Sie den Multiplikationsfaktor mlt dem angegebenen Fettgehalt in der Trockenmasse bei Frischkäse mit 0,3, bei Schnittkiise mit 0,6 zu Grunde legen, so dass der absolute Fettgehalt bei Frischkäse 70 x 0,3 = 21% bzw. Gramm beträgt, bei Schnittkäse z.B. 50 x 0,6 = 30%. Ein halbfester fettreduzierter Danbo mit 20% F.i.Tr. hätte ca. 20 x 0,5 =10% absoluten Fettgehalt. Die gesetzlich vorgeschriebene Deklaration des Käse; mit dem F.I.Tr. rührt zum einen aus der Vergangenheit, wo man den Verbrauchern einen möglichst hohen Fettanteil vorspiegeln wollte, zum «denn aus der Erwägung, dass sich der absolute Fettanteil im Reifungsprozess mit der Abnahme des Wasseranteils verändert. Allerdings isst man Käse ja nicht nur wegen eines hohen oder niedrigen Fettgehalts, sondern wegen seines meist köstlichen Geschmacks und der entwickelt sich zum Leidwesen kalorienbewusster Zeitgenossen mit steigendem Fettgehalt, da Fett nun einmal der hauptsächliche Geschmacksträger ist. Insofern werden sich Käseliebhaber nie wirklich mit fettreduzierten Käsen anfreunden können. Der Fettgehalt von Stutenmilch ist übrigens halb so hoch wie der der Kuhmilch, aber ich will Ihnen jetzt keinen Pferdemilchkäse anbieten, obwohl ich mir den Hinweis nicht verkneifen kann, dass bei dem gegenwärtigen Skandal der eigentliche Skandal ja wohl der ist, dass Pferde in Europa dermaßen gedopt werden, dass sie noch belasteter sind als konventionell gehaltene Turbo-Kühe oder Puten, die vor Antibiotika nur so strotzen. Es geht in du Berichterstattung ja nur nebenbei um die gefühlsmäßige Frage des Verzehrs von Pferdefleisch, sondern darum, dass beim Verzehr von 50g Pferdehack in der Fertig-Lasagne bereits mit schweren Gesundheitsschäden zu rechnen ist. Da empfehle ich Ihnen doch lieber einen vollfetten Bio-Käse.

Ihr Robert Jarowoy