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Das Käseblättchen 7. KW/2013

Liebe Käsefreunde!

Der Fontina ist ein cremiger halbfester italienischer Schnittkäse, der seit 1955 in Italien und seit 1996 EU-weit unter dem DOP-Siegel (Denominazione d'0rigine Protetta) namens- und ursprungsgeschützt ist. Das bedeutet, dass er unter der Bezeichnung Fontina nur im Aosta-Tal als Rohmilchkäse hergestellt und vertrieben werden darf. Ihm nachempfundene Käse aus pasteurisierter Milch werden unter der Bezeichnung Fontal in den Handel gebracht, sind qualitativ aber nicht mit dem Fontina vergleichbar. Aufgrund seiner sehr guten Schmelzfähigkeit wird er gerne für Fondues verwendet und ist auch anderweitig in der norditalienischen Küche beliebt. Z.B. für das Risotto mit Fontina und gehackten Walnüssen. Ein sehr einfach zuzubereitendes, leckeres Mahl. Der Rundkorn-Reis wird mit klein geschnittenen Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl angedünstet und dann in Gemüsebrühe gegart, bis er weich aber noch bissfest ist. Dann die gehackten Walnüsse und den fein gewürfelten Fontina untermischen und den Topf mit geschlossenem Deckel ein paar Minuten stehen lassen, damit der Käse anschmelzen kann. Salz und Pfeffer dazugeben und gehackte Petersilie darüber streuen. Fertig. Ein anderer norditalienischen Käse, den ich Ihnen erstmals anbieten kann, ist der venezianische Ubriaco („der Trunkene“), dessen Rinde während der Reifung immer wieder mit Rotwein-Trester behandelt wird. Auf der Suche noch näheren Informationen über diesen Käse bin ich leider nur drauf gestoßen, dass er der Lieblingskäse Wilhelm von Tegetthoffs gewesen sei. Falls Sie jetzt gerade nicht wissen sollten, wer das war, möchte ich Ihnen berichten, dass Tegetthoff der Oberkommandierende der österreichischen Marine war, die sich 1864 vor Helgoland im Verbund mit der preußischen Marine eine Seeschlacht gegen die Dänen lieferte. Cuxhaven war den Österreichern von Hamburg als Basis-Hafen zur Verfügung gestellt worden, und Altona fiel nach dieser Schlacht für zwei Jahre an Österreich. Österreich, das bis zum Ersten Weltkrieg die sechstgrößte Flotte der Welt unterhielt, verlor 1918 seine Adriahäfen Venedig und Triest. Die Flotte wurde von den Siegermächten beschlagnahmt und schrumpfte auf zwei Patrouillenboote für die Sicherung der Donau. Allerdings wurde deren Betrieb 2006 eingestellt. Jetzt hat Österreich überhaupt keine Marine mehr.

Ihr Robert Jarowoy