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Das Käseblättchen 42. KW/2013

Liebe Käsefreunde!

Nun, wo Erntedankfeste auf Demeter-Höfen anstehen und Halloween droht, fragen sie sich möglich, woher diese Gebräuche eigentlich stammen bzw., was sie symbolisieren. Und, wie Sie sich denken können, falls Sie mein Käseblättchen schon länger lesen, interessiert mich die aus den USA übergeschwappte Halloween-Mode eher wenig, die Ursprünge des Erntedankfestes dafür um so mehr. Als ich vor 30 Jahren zum ersten Mal nach Eleusien fuhr, jenem mystischen Ort‚ an dem der Demeter-Kult praktiziert wurde, war ich - gelinde gesagt - ziemlich enttäuscht dass es sich schlicht und einfach um einen stinkigen Vorort von Athen handelte, der von einer riesigen Raffinerie-Anlage geprägt war und immer noch ist. Wie Demeter bzw. Dimitra nach Eleusien kam, ist schnell erzählt. Demeter war die Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit und war Mitglied des göttlichen Elferrates. so eine Art Hamburgischer Senat mit einem Ersten Bürgermeister, der damals nicht Olaf sondern Zeus hieß. Sein fieser Bruder, vergleichbar mit dem Innensenator, war Hades, der Gott der Unterwelt. Hades wollte allerdings keine Flüchtlinge abschieben, sondern raubte und verschleppte Persephone, die Tochter der Demeter. Diese war außer sich vor Wut und Empörung und haute bei Zeus kräftig auf den Tisch, woraufhin der ein wenig erschrak aber sich doch nicht wirklich von seinem Bruder distanzieren wollte. Der Kompromiss bestand dann darin, dass Persephone das Winterhalbjahr zwangsverheiratet in der Unterwelt verbringen musste, im Sommerhalbjahr aber in die Welt des Wachsens und des Lichtes zurückkehren durfte. Demeter war nicht wirklich begeistert von diesem Kompromiss und verließ den Olymp und seinen Elferrat enttäuscht. In Eleusien fand sie Asyl. und zwar durch die Athenerinnen, die ihr vor der Stadt ein Heiligtum errichten und weihen ließen, zu dem ausschließlich Frauen zugelassen waren. Nachrücker der Demeter auf dem Olymp war Dionysos, der Gott des Weines. Dass sich die Örtlichkeit heute so wenig attraktiv darstellt, mag an Demeters Zorn liegen, denn sie hatte schon damals damit gedroht, dass sie die Erde unfruchtbar machen und verdorren lassen werde. ob sie's wahr werden lässt?

Ihr Robert Jarowoy