Anzeige

Das Käseblättchen 37. KW/2016

Liebe Käsefreunde!

Vermutlich werden Sie sich schon häufiger gefragt haben, warum Frauen prozentual mehr Käse konsumieren als Männer, wobei die Berlinerinnen in Deutschland statistisch gesehen ganz vorne liegen. Nun will ich Ihnen 5 wissenschaftliche Erklärungsmodelle vorhalten.

  1. Die Gen-Theorie: Männern liegt als archaischen Jägern das Fleischessen im Blut.
  2. Die Rollentheorie: Frauen haben sich historisch als Hüterinnen von Haus und Hof besonders in den Regionen nördlich der Alpen traditionell um die Milchverarbeitung gekümmert.
  3. Die Gesundheitstheorie: Frauen ernähren sich in der Regel gesundheitsbewusster als Männer.
  4. Die Hormontheorie: Frauen haben hormonell bedingt andere geschmackliche Vorlieben als Männer.
  5. Die Macho-Theorie: Milch dient im ursprünglichen Sinne dem Füttern von Säuglingen. Käse ist konzentrierte Milch und symbolisiert konzentrierte Weiblichkeit, weswegen es unmännlich ist, Käse zu essen.

Ob Sie diese Theorien für kompletten Stuss halten oder nicht, müssen Sie selber entscheiden. Ich habe in dieser Woche mit dem L'amour rouge Biergarten und dem Toco zwei Allgäuer rotgeschmierte Weichkäse zu bieten, die nach Limburger Art gefertigt werden, wobei der Limburger nicht an der Lahn, sondern in der gleichnamigen belgischen Stadt und Provinz Limburg entwickelt wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Limburger 1693 als die Stadtväter dem französischen Gouveur 300 Pfund dieses Käses entrichteten, um ihn für sie gewogen zu stimmen, nachdem Frankreich die Region den Spaniern kriegerisch abgenommen hatte. Als die Spanier die Provinz zwei Jahre später zurückeroberten, verlangten sie die doppelte Menge an Käse als Wiedergutmachung. 20 Jahre später (1715) fiel Belgien (Brabant) an Österreich, wodurch die Weichkäse-Rezeptur an die Donau wanderte, wo Carl Hirnbein sie aufgriff und im Allgäu in Missen-Wilhams, im Jahre 1830 eine Käserei unter Leitung belgischer Käsemeister begründete, nachdem er mit seherischem Blick erkannt hatte, dass die Zukunft des Allgäu in der Milchwirtschaft zu finden sei. Um ein zweites Standbein zu entwickeln, ließ er gleich neben der Käserei das erste Hotel im Allgäu errichten und begründete so den Tourismus in der Region.

Ihr Robert Jarowoy