Afrin Flyer

Kurdistanhilfe e.V.

In den 1990er Jahren sind im Rahmen des Krieges der Türkei gegen die kurdische Bevölkerung 4000 Dörfer zerstört worden. Dabei wurden mehrere Millionen Kurden zwangsvertrieben.

Der Gründungsimpuls zur Kurdistanhilfe e.V. entstand nach einer ersten Delegationsreise im Frühjahr 1992 in die kurdischen Gebiete der Türkei. Die TeilnehmerInnen der Delegation - vorwiegend GewerkschafterInnen, ÄrztInnen und RechtsanwältInnen - waren geschockt von den gewonnenen Eindrücken und wollten einen nachhaltigen humanitären Beitrag zur Unterstützung der notleidenden Zivilbevölkerung leisten.

So wurde noch im selben Jahr die Kurdistanhilfe e.V. gegründet, die seither karitativ tätig ist.

Afrin braucht unsere Solidarität

Seit dem 20. Januar 2018 führt die Türkei einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Region Afrin in Nordsyrien. Mit der Hilfe islamistischer Milizen greift die türkische Armee ein bisher vom Krieg weitgehend verschontes Gebiet an. KurdInnen und AraberInnen, EzidInnen, AlevitInnen und aramäische ChristInnen lebten in Afrin bislang friedlich und gleichberechtigt zusammen. Hunderttausende Flüchtlinge aus anderen Teilen Syriens fanden hier Zuflucht, wodurch die Einwohnerzahl auf eine Million anstieg.

Die türkischen Bombardements haben Hunderte ZivilistInnen getötet. Erdogans Armee vernichtet Leben und Eigentum. Krankenstationen, Häuser, Schulen, historische Stätten, Kirchen und Moscheen sowie Flüchtlingscamps werden angegriffen und zerstört mit dem erklärten Ziel: Die Menschen aus Afrin sollen flüchten, um so den Einmarsch der türkischen Armee zu vereinfachen. Die Zahl der Verletzten steigt täglich. Diese, darunter viele Kinder und Ältere, sind auf medizinische Hilfe angewiesen. Afrin ist von allen Seiten umzingelt und unterliegt einem Embargo. Medizinische Gerätschaften und Medikamente sind nur schwer hineinzubekommen.

Wegen Luftbombardements und Artilleriebeschuss können in Afrin die Felder nicht bestellt werden. Es droht eine Hungerkatastrophe. Wir wollen die unter Bombardements und Embargo leidende Bevölkerung nicht alleinlassen. Wir haben trotz der extremen Schwierigkeiten direkten Zugang nach Afrin und arbeiten mit Menschen sowie Organisationen wie etwa dem kurdischen Roten Halbmond (Heyva Sora Kurdistan) vor Ort zusammen und überbringen die Hilfe direkt. Darum bitten wir euch um eure Unterstützung für die Bevölkerung von Afrin.

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Seit 1992, den Gründungsjahr der Kurdistanhilfe e.V., hat sich in der Türkei, abgesehen von einer kurzen Tauwetter- periode, an der kurdenfeindlichen Haltung des Regimes nichts geändert. Im Gegenteil. Seit Erdogan jeglichen de- mokratisch-rechtsstaatlichen Anspruch aufgegeben hat, wurden 20 Städte wie Şırnak, Yüksekova, Nusaybin, Cizre oder die Altstadt von Diyarbakir Sur während teils Monate andauernden Ausgangssperren erheblich zerstört. Knapp eine Millionen Menschen sind dadurch erneut zwangsvertrieben worden.

Doch das Siedlungsgebiet des kurdischen Volkes erstreckt sich neben der Türkei auch auf Iran, Irak und Syrien. Auch in diesen Ländern werden die KurdInnen verfolgt und vertrieben. Der Şengal, ein Gebiet im Irak, in dem êzidische (yezidische) KurdInnen leben, wurde im August 2014 vom sogenannten Islamischen Staat (IS) angegriffen. Der IS verübte an den Êziden einen Völkermord, verschleppte Frauen und Kinder. Auch heute noch, trotz der weitgehenden Zerschlagung des IS, sind 2000 êzidische Frauen verschollen.

In Syrien gelang es den KurdInnen im Schatten des Bürgerkriegs einen neuen Weg einzuschlagen und ab Ende 2012 eine zunehmende Anzahl von selbstverwalteten Kantonen zu schaffen. Diese waren jedoch schon bald Angriffen des von der Türkei massiv unterstützten IS ausgesetzt. 2015 gelang es den Kurden unter großen Opfern erstmals, mit dem Widerstand von Kobanê, den Vormarsch des IS zu stoppen und zurückzudrängen. Heute besteht in den durch die türkische Aggression existenziell bedrohten selbstverwalteten Kantonen ein neues rätedemokratisches Gesellschaftsmodell, das alle dort lebende Ethnien, Frauen und Männer sowie Religionsgemeinschaften gleichberechtigt einbezieht.

Doch die Region unterliegt einem Embargo der Anrainerstaaten, das den Aufbau und die Versorgung der Region erheblich erschwert, zumal die Kantone trotz der eigenen schwierigen Lage und eines aufopferungsvollen Kampfes gegen den IS noch Hunderttausenden Kriegsflüchtlingen Schutz und Un- terkunft gewährt haben. Dennoch geht der gesellschaftliche Aufbau voran. Das bietet auch Platz für Experimente. So z.B. Jinwar: ein ökologisches Dorf - gebaut von Frauen für Frauen.

Während anfangs der Schwerpunkt der Arbeit der Kurdistan- hilfe e. V. im türkischen Teil Kurdistans lag, hat der Verein den Entwicklungen Rechnung getragen und unterstützt heute auch verschiedene Projekte in den kurdischen Regionen des Irak und Syriens.

Wir unterstützen folgende Projekte:

WJAR; Stiftung der Freien Frauen in Rojava

Die WJAR in Rojava (Nordsyrien) aktiv, wo sie viele verschiedene Projekte hat. Sie baute eine Frauenkooperative, fünf Kindergärten, Frauenparks und ein Frauengesundheitszentrum auf. Aktuell baut sie u. a. ein Waisenhaus in Kobanê, ein trauma-therapeutisches Zentrum im Şengal und ein ökologisches Dorf für Frauen im Kanton Cezir auf.

Stichwort: Frauenstiftung in Rojava/WJAR

Akuthilfe für Afrin

Die Türkei hat im Januar 2018 einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen Afrin, einem Kanton in Nordsyrien, gestartet. Es gibt Hunderte Verletzte und Tote unter der Zivilbevölkerung. Afrin benötigt in Soforthilfe dringend Medikamente und Verbandsmaterial.

Stichwort: Afrin

Kampagne zum Erhalt des zivilen Gesundheits-
zentrums in Bokriskan (Nord-Irak)

Das Gesundheitszentrum versorgt die Zivilbevölkerung im Raum Binarê Qandîl und Umgebung.

Stichwort: KHQ

Das Projekt „Familienpatenschaften“

unterstützt kurdische Familien, die durch die Zerstörung der Städte in Not geraten sind.

Stichwort: Familienpatenschaft 

vahi-Solidarity

Construction Rojava

Avahî ist ein kollektives Bauprojekt für Rojava, bei dem alternative, regionale Baumaterialien genutzt werden.

Stichwort: construction

Ihre Spenden überweisen sie bitte auf das folgende Konto

  • Kurdistanhilfe e.V. Hamburger Sparkasse
  • IBAN: DE40 2005 0550 1049 2227 04
  • BIC: HASPDEHHXXX

Spendenquittungen werden - wenn Sie Ihre Anschrift auf dem Über- weisungsträger angeben - Ende des Jahres ausgestellt.